Führung im Friedhofspark am 18. März 2026 um 16:30 Uhr Demokratiegeschichte auf dem Friedhof Pappelallee, Berlin Prenzlauer Berg Im Lukas Verlag erwerben: Autorin: Christiane Baumann In der Pappelallee in Berlin - Prenzlauer Berg gibt es mit dem Friedhofspark der Freireligiösen Gemeinde nicht nur ein Stück Grün in der Stadt zu entdecken, sondern Spuren einer langen Geschichte. Von den meisten der hier seit 1848 Beerdigten kennen wir nur die Namen, von einigen aber wissen wir mehr. Bei näherem Hinschauen werden Querverbindungen und Bezüge sichtbar, die weit über Berlin hinausreichen: zu Personen und Debatten aus Religion, Kultur und Politik im deutschsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Die Gemeinde der Berliner Freireligiösen, 1845 im Vorfeld der Revolution entstanden, wandelte sich früh von einer deutsch-katholischen zu einer freien Gemeinde für Dissidenten und Abtrünnige beider christlichen Kirchen und des Judentums. Religionskritik, Gemeinschaftssinn und Bildungsdrang sind seit je wichtige Säulen ihres Selbstverständnisses und Wirkens. Anfangs noch gutbürgerlich geprägt, waren nach 1848 vor allem Handwerksmeister, Ladenbesitzer und Kleinbürger aktiv; zunehmend traten auch einfache Arbeiter mit ihren Familien bei. Zu Zeiten des Sozialistengesetzes fanden Lassalleaner und die Anhänger der jungen Sozialdemokratie hier ihre Ersatzkirche – zeitgleich zum Bau der Arbeiterquartiere im nahen Umfeld des Friedhofs. Legendär ist der enorme Bildungshunger der Freireligiösen. Das Pathos, mit dem dieser Wissensdrang einherging, mag heute seltsam anmuten. Der Impuls dahinter jedoch ist ein urdemokratischer, dessen Vorgeschichte unsere eigene ist. Schafft hier das Leben gut und schön,
Treffpunkt am Gedenkstein eingangs des Parks
Führung: Olaf Schlunke, Anne-Kathrin Pauk
Um Anmeldung per Mail wird gebeten:
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Vom Vormärz bis zum 48er-Barrikaden-Urban
Ein Rundgang auf den Spuren freireligiöser Persönlichkeiten im Banne der Revolution
von 1848 – Friedrich Ludwig Urban, Robert Brauner und Agnes Wabnitz
Die Geschichte der freireligiösen Bewegung ist eng mit der deutschen Demokratiegeschichte verbunden. Der Rundgang möchte diesen Spuren nachgehen.
Der erste Vorsteher der deutschkatholischen (später freireligiösen) Gemeinde Berlin, Robert Brauner (1816-1854), gehörte mit Johannes Ronge, Robert Blum und anderen zu denjenigen, die im Vormärz nicht nur ein dogmenfreies Christentum, sondern auch politische Gleichberechtigung und Partizipation forderten.
1849 erinnerte Brauner in einer mutigen Gedenkrede an die gefallenen Revolutionäre des März 1848.
Friedrich Ludwig Urban (1806-1879), Tierarzt und Begründer einer Berliner 'Urchristengemeinde', stand 1848 selbst auf den Barrikaden und unterstützte die revolutionäre Bewegung in Berlin.
Deren Fanal auf dem Friedhof der Märzgefallenen nahm die sozialdemokratische Rednerin und Gewerkschafterin Agnes Wabnitz (1841-1894) 46 Jahre später zum Anlass, diese Gedenkstätte der Berliner Arbeiterbewegung zum Ort ihres Freitodes zu wählen.
Unter Anteilnahme von über 40.000 Menschen wurde sie auf dem Freireligiösen Friedhof in der Pappelallee beigesetzt.
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Fotos: Stefan Dietz
Am 18. September 2018 hat die Gemeinde eine Namens- und entsprechende Satzungsänderung vorgenommen. Der bisherige Name „Freireligiöse Gemeinde Berlin e.V. gegr. 1845 - Freigeistige Gemeinschaft“ wurde geändert.
Unser Verein möchte damit seinen Zweck und sein Anliegen klarer im Titel nennen. Wir sind ein Verein, eine konfessionsfreie Gemeinschaft bzw. Gemeinde. Die Tradition des Begriffs freireligiös ist nicht ohne Erklärung zu erschließen. Wir pflegen sie, weshalb sie im Untertitel erhalten bleibt. Aber unser Streben nach Freiheit des Geistes, nach einem Denken ohne Dogmen ist mit dem neuen Namen allgemeinverständlicher, und das zählt.
Vorsitzende | Anne-Kathrin Pauk
Stellvertretende Vorsitzende | Ingo Oberdorf & Stefan Dietz

Der Pappelfriedhof in Prenzlauer Berg
Eine kleine Berliner Stadt-Geschichte
Erschienen im Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte - 2016
ISBN: 978-3-86732-226-3
Kein Jenseits ist, kein Aufersteh'n.
Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde
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